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Wissen rund um Reifen

Wichtige Begriffe rund um Reifen einfach erklärt

Rund um Reifen entstehen immer wieder Fragen zu Kennzeichnung, Auswahl, Nutzung und Pflege. Unser Reifen ABC bietet Ihnen verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen rund um Reifen und Räder.

Begriffe von A bis Z

Einfach erklärt und gut verständlich aufgebaut

Das Reifen ABC hilft Ihnen dabei, zentrale Begriffe zu Aufbau, Nutzung und Auswahl besser einzuordnen.

Alter der Reifen

Reifen altern auch dann, wenn sie nicht genutzt werden. Ursache dafür sind physikalische und chemische Prozesse, die das Material im Laufe der Zeit verändern.

Bei sachgemäßer Lagerung gelten ungebrauchte PKW-Reifen bis zu fünf Jahre nach dem Herstellungsdatum in der Regel als neuwertig und können als Neureifen verkauft werden.

Das Produktionsdatum lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und Produktionsjahr.

Grundsätzlich empfiehlt die Reifenindustrie, PKW-Reifen nach spätestens zehn Jahren nicht mehr zu verwenden. Bei Anhängern, Wohnwagen und Fahrzeugen mit langen Standzeiten kann ein früherer Austausch sinnvoll sein, da Reifen hier häufig schneller altern.

Auswuchten

Zum fachgerechten Räderwechsel gehört auch das Auswuchten. Schon eine geringe Unwucht kann bei höheren Geschwindigkeiten zu Vibrationen, Lenkradflattern und erhöhtem Verschleiß an Reifen und Fahrwerk führen.

Beim stationären Wuchten werden Reifen und Felge auf einer Auswuchtmaschine in Rotation versetzt. Unwuchten lassen sich dabei mit Ausgleichsgewichten gezielt korrigieren.

Zusätzlich kann ein elektronisches Feinwuchten am Fahrzeug sinnvoll sein, da hierbei auch Radnabe und Bremse einbezogen werden. Ziel ist eine ruhige und gleichmäßige Laufkultur.

Fabrikatsbindung

Früher waren in vielen Fahrzeugscheinen neben den zugelassenen Rad- und Reifenkombinationen auch bestimmte Reifenfabrikate eingetragen. Diese sogenannte Fabrikatsbindung wurde im Februar 2000 aufgehoben. Solche Einträge gelten heute in der Regel nur noch als Empfehlung.

Damit liegt jedoch mehr Verantwortung beim Fahrzeughalter. Nach der StVZO muss sichergestellt sein, dass die montierten Reifen den eingetragenen Größen entsprechen und keine Sicherheitsrisiken entstehen.

Im Hochgeschwindigkeitsbereich ab Geschwindigkeitsindex V, insbesondere bei W-, Y- und ZR-Reifen sowie bei Sportfahrzeugen, ist es sinnvoll, die Empfehlungen des Fahrzeug- oder Reifenherstellers besonders genau zu beachten.

Füllgas / Stickstoff

Normale Luft verliert im Lauf der Zeit Druck. Das geschieht unter anderem über die Reifeninnenschicht sowie am Übergang zwischen Felge und Reifen. Regelmäßige Kontrollen des Luftdrucks bleiben deshalb wichtig.

Eine Alternative ist die Befüllung mit Stickstoff. Stickstoff ist ungiftig, nicht brennbar und enthält nahezu keinen Sauerstoff. Dadurch können Oxidation im Inneren des Reifens und an der Felge reduziert sowie Druckverluste verringert werden.

Ein stabilerer Luftdruck kann sich positiv auf Verschleiß, Laufleistung und Fahrverhalten auswirken. Auch die Bremsstabilität kann davon profitieren.

Ganzjahresreifen

Neben Sommer- und Winterreifen gibt es auch Ganzjahresreifen, die für den Einsatz bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ausgelegt sind. Hinweise auf der Reifenflanke, etwa in Form entsprechender Symbole, geben Auskunft über ihre Eignung.

Ganzjahresreifen bleiben immer ein Kompromiss. Bei großer Sommerhitze und unter winterlichen Bedingungen erreichen sie in der Regel nicht das Leistungsniveau spezialisierter Reifen.

Für Fahrer im Flachland und bei überwiegend moderaten Wetterverhältnissen können Ganzjahresreifen dennoch eine sinnvolle Alternative sein.



Ganzjahresreifen, die nur das M+S-Symbol tragen, sind nicht mehr zulässig. Das Alpin-Symbol, auch bekannt als 3PMSF-Symbol, ist jetzt bei winterlichen Verhältnissen vorgeschrieben. Dieses Symbol ist an einem Berg mit einer Schneeflocke darin zu erkennen. Das M+S-Symbol, das für „Matsch und Schnee“ stand, wird nicht mehr anerkannt, da es nicht gesetzlich geschützt war und daher nie auf Wintertauglichkeit getestet wurde. Auch Ganzjahresreifen müssen sorgfältig auf die Einhaltung der entsprechenden Normen geprüft werden.

Geschwindigkeitsindex / Speed Index

Der Geschwindigkeitsindex ist ein Buchstabe in der Reifenkennzeichnung und gibt an, bis zu welcher Höchstgeschwindigkeit ein Reifen zugelassen ist.

Beispiel: 195/65 R 15 H entspricht einer maximalen Geschwindigkeit von 210 km/h.

Häufige Indizes sind:
Q bis 160 km/h · R bis 170 km/h · S bis 180 km/h · T bis 190 km/h ·
H bis 210 km/h · V bis 240 km/h · W bis 270 km/h · Y bis 300 km/h · ZR über 240 km/h

Welche Geschwindigkeitsindizes für ein Fahrzeug zulässig sind, ist im Fahrzeugschein angegeben.

Kennzeichnung / Reifenaufschrift

Die Reifenkennzeichnung ist in § 36 StVZO geregelt. Sie enthält wichtige Angaben wie Reifenbreite, Querschnittsverhältnis, Bauart, Felgendurchmesser sowie Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex.

Beispiel: 225/60 R 15 96 W
225 steht für die Breite in Millimetern · 60 für das Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent · R für die Bauart (radial) · 15 für den Felgendurchmesser in Zoll · 96 für die Tragfähigkeit · W für die zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Das Herstellungsdatum ist über die DOT-Nummer auf der Reifenflanke erkennbar. Seit dem Jahr 2000 ist diese vierstellig aufgebaut und gibt Produktionswoche und -jahr an.

Lagerung von Reifen

Im Sommer werden in der Regel Winterreifen, im Winter entsprechend Sommerreifen gelagert. Besonders komfortabel ist die Einlagerung beim Reifenfachhandel, da hier zusätzlich Reinigung und Sichtprüfung erfolgen.

Bei der Lagerung in Eigenregie sollten einige Punkte beachtet werden:

Die Position der Räder vor dem Ausbau kennzeichnen (VR, VL, HR, HL)

Fremdkörper wie Steine oder Schmutz entfernen

Kühl, trocken und ohne Kontakt zu Chemikalien lagern

Kompletträder liegend stapeln

Reifen ohne Felge stehend lagern und regelmäßig leicht drehen

Luftdruck / Reifenfülldruck

Ein falscher Luftdruck gehört zu den häufigsten Ursachen für erhöhten Verschleiß, höheren Kraftstoffverbrauch und sicherheitsrelevante Probleme.

Schon ein zu niedriger Druck kann den Verbrauch steigern und die Lebensdauer deutlich verkürzen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass sich der Reifen stärker erwärmt und im Extremfall beschädigt wird.

Die richtigen Werte finden Sie in der Betriebsanleitung, an der Tankklappe oder am Türholm. Der Luftdruck sollte regelmäßig, etwa alle vier Wochen, und möglichst am kalten Reifen geprüft werden.

Luftdruck-Kontrollsysteme (RDKS)

Luftdruck-Kontrollsysteme (RDKS) überwachen während der Fahrt kontinuierlich den Reifendruck. Weicht dieser vom hinterlegten Sollwert ab, wird der Fahrer frühzeitig informiert.

Das System trägt zur Fahrsicherheit bei, kann Schäden am Reifen vorbeugen und unterstützt einen gleichmäßigen Verschleiß sowie einen effizienten Kraftstoffverbrauch.

Da es sich um ein sicherheitsrelevantes System handelt, sollten Arbeiten wie Reifenwechsel, Wartung oder Reparatur durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden.

M+S-Reifen / Winterreifen

Winterreifen spielen ihre Stärken vor allem bei Temperaturen unter 7 °C aus. In diesem Bereich lassen Grip und Fahrsicherheit bei Sommerreifen deutlich nach, auch auf trockener Fahrbahn.

Für ausreichende Sicherheit sollte die Profiltiefe bei Winterreifen mindestens 4 mm betragen. Mit geringerer Profiltiefe steigen Risiken bei Nässe und Bremsmanövern deutlich an. Zudem kann es bei ungeeigneter Bereifung zu Einschränkungen beim Versicherungsschutz kommen.

Winterreifen sollten immer auf allen vier Rädern montiert und fachgerecht ausgewuchtet werden.

3PMSF steht für „Three-Peak Mountain Snow Flake“ (Berg mit drei Gipfeln und Schneeflocke) und kennzeichnet Reifen, die in strengen Tests ihre Wintertauglichkeit auf Schnee und Eis nachgewiesen haben. Es ist das rechtlich verbindliche Symbol für Winter- und viele Ganzjahresreifen in Deutschland und der EU, um bei winterlichen Straßenverhältnissen sicher zu fahren.

Matchen

Durch Fertigungstoleranzen von Reifen und Felge kann es zu Unregelmäßigkeiten im Rundlauf kommen. Dabei entstehen Höhenschläge oder Seitenschläge, die sich auf das Fahrverhalten auswirken können.

Beim Matchen wird der Reifen auf der Felge gezielt verdreht, um diese Abweichungen möglichst auszugleichen und einen gleichmäßigeren Lauf zu erreichen.

In seltenen Fällen kann ein sogenanntes Harmonisieren erforderlich sein. Dabei wird überschüssiges Material an der Lauffläche abgetragen, um den Rundlauf weiter zu verbessern.

Mischbereifung

Unzulässig ist lediglich die Kombination von Radial- und Diagonalreifen. Dennoch wird generell davon abgeraten, unterschiedliche Profile, Fabrikate oder Reifentypen miteinander zu kombinieren.

Besonders kritisch ist die Mischung aus Sommer- und Winterreifen. Durch unterschiedliche Haftungseigenschaften kann sich das Fahrverhalten deutlich verändern und die Stabilität des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.

Profil / Profiltiefe

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Für eine sichere Nutzung werden jedoch höhere Werte empfohlen:

Sommerreifen: ab 2 mm
Breitreifen: ab 3 mm
Winterreifen: ab 4 mm

Abnutzungsindikatoren (TWI) im Profil zeigen an, wann die Mindestprofiltiefe erreicht ist. Stark abgefahrene Reifen können die Fahrsicherheit beeinträchtigen und sich im Schadensfall auf den Versicherungsschutz auswirken.

Rad-/Reifensysteme mit Notlaufeigenschaften

Rad- und Reifensysteme mit Notlaufeigenschaften verbinden spezielle Reifen, passende Felgen und elektronische Überwachung zu einem abgestimmten Sicherheitskonzept. Im Falle einer Reifenpanne ist so eine kontrollierte Weiterfahrt möglich, ohne sofort anhalten zu müssen.

Je nach Ausführung kann die Weiterfahrt bis zu etwa 200 km bei einer Geschwindigkeit von maximal 80 km/h erfolgen. Voraussetzung ist in der Regel ein funktionierendes Luftdruck-Kontrollsystem.

Aufgrund der technischen Anforderungen sollten Montage, Wartung und mögliche Nachrüstungen durch einen entsprechend qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.

Radmuttern / Anzugsdrehmoment

Radschrauben sollten immer mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Ein zu festes Anziehen kann Bauteile wie Felgen, Bremsscheiben oder den Radträger beschädigen.

Die Montage erfolgt über Kreuz und mit einem geeigneten Drehmomentschlüssel, um eine gleichmäßige Belastung sicherzustellen.

Nach dem Räderwechsel ist es empfehlenswert, die Radschrauben nach etwa 20 bis 200 km erneut zu prüfen und gegebenenfalls nachzuziehen.

Regroovable

Die Kennzeichnung „regroovable“ bedeutet, dass ein Reifen nachgeschnitten werden darf, um die Nutzungsdauer zu verlängern.

Bei PKW-Reifen ist dieses Verfahren nicht zulässig. Bei Nutzfahrzeugreifen kann ein Nachschneiden unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein.

Dabei müssen die Vorgaben des Herstellers eingehalten werden. Die Durchführung sollte ausschließlich durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Reifenkauf / Montage

Bei der Auswahl und Montage von Reifen dürfen nur Dimensionen verwendet werden, die im Fahrzeugschein freigegeben sind.

Ein Austausch sollte mindestens achsweise erfolgen. Unterschiedliche Profile oder Fabrikate auf einer Achse können das Fahrverhalten negativ beeinflussen und die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Reinforced / XL (Extra Load)

Reifen mit der Kennzeichnung Reinforced oder XL (Extra Load) verfügen über eine erhöhte Tragfähigkeit und sind für Fahrzeuge mit höherem Gewicht ausgelegt, etwa Kombis, Vans oder entsprechend belastete PKW.

Ob diese Reifen verwendet werden dürfen, ist den Angaben im Fahrzeugschein zu entnehmen.

Retreadable

Die Kennzeichnung „retreadable“ bedeutet, dass ein Reifen runderneuerungsfähig ist.

Ist die Karkasse unbeschädigt, kann der Reifen nach Abnutzung wieder aufbereitet und weiterverwendet werden.

Runderneuerung

Bei der Runderneuerung wird der abgefahrene Laufstreifen eines Reifens ersetzt, während die vorhandene Karkasse weiter genutzt wird.

Das Verfahren kann Kosten reduzieren und Ressourcen schonen, da weniger Material benötigt wird als bei der Herstellung eines neuen Reifens.

Zertifizierte runderneuerte Reifen erfüllen dabei die geltenden Sicherheitsanforderungen.

Runflat-Reifen

Reifen mit Notlaufeigenschaft (Runflat-Reifen) ermöglichen bei einer Reifenpanne eine begrenzte Weiterfahrt, in der Regel bis zu etwa 200 km mit einer reduzierten Geschwindigkeit von maximal 80 km/h.

Ein sofortiger Reifenwechsel ist dadurch nicht zwingend erforderlich, ein Reserverad kann häufig entfallen.

Voraussetzung für die Nutzung ist ein funktionierendes Luftdruck-Kontrollsystem, das den Druckverlust erkennt und anzeigt.

Reifenschäden / Reparatur

Typische Ursachen für Reifenschäden sind ein zu geringer Luftdruck, Bordsteinkontakte, eingedrungene Fremdkörper oder der Kontakt mit Öl und anderen Stoffen.

Sichtbare Auffälligkeiten wie Risse, Beulen oder ungleichmäßiger Abrieb sollten zeitnah überprüft werden.

Ob eine Reparatur möglich ist oder ein Austausch erforderlich wird, kann nur ein Fachbetrieb zuverlässig beurteilen.

Tragfähigkeit / Load Index

Der Load Index gibt an, welche maximale Traglast ein Reifen aufnehmen kann.

Beispiel: 195/65 R 15 91 entspricht einer Tragfähigkeit von 615 kg pro Reifen.

Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit stehen in direktem Zusammenhang. Eine Überlastung, zu geringer Luftdruck oder hohe Temperaturen können das Risiko für Schäden deutlich erhöhen.

Winterreifenpflicht

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, keine zeitlich starre. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte sind Winter- oder Ganzjahresreifen mit 3PMSF-Symbol (Bergpiktogramm) vorgeschrieben. Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen fährt, riskiert mindestens 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

3PMSF steht für „Three-Peak Mountain Snow Flake“ (Berg mit drei Gipfeln und Schneeflocke) und kennzeichnet Reifen, die in strengen Tests ihre Wintertauglichkeit auf Schnee und Eis nachgewiesen haben. Es ist das rechtlich verbindliche Symbol für Winter- und viele Ganzjahresreifen in Deutschland und der EU, um bei winterlichen Straßenverhältnissen sicher zu fahren.

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